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Medienakt(((i)))vismus Ein paar Infos: ;
H Umgang mit Bild– und Filmmaterial an Demos und danach H Wie auf www.indymedia.ch publizieren H Verhalten bei einer Verhaftung
Indymedia basiert auf kollektiver und autonomer Arbeit. Wenn du an Demos gehst, sprich mit den Leuten, lese die Flugblätter und andere Drucksachen, hole dir Infos und bearbeite sie und arbeite den Inhalt, den du weitergeben willst aus. All dies sehen wir genauso als Aktionsformen wie z.B. auch Sprayen, ins Megafon schreien oder Schutztranspi tragen. Du bist einE MedienaktivistIn und nicht einE einfacheR JournalistIn. Limitiere dich folglich nicht einfach aufs teilzunehmen um zu dokumentieren, versuche von Beginn weg an Sitzungen teilzunehmen. Wir sind nicht aussenstehend — wir sind teil der Demo/Aktion.
Du bist Teil einer kollektiven Aktion! Am besten werden Überlegungen zum Rahmen der Veröffentlichung schon im Voraus gemacht. Infoabende, Nachbereitungssitzungen und Solipartys eignen sich gut dafür… (siehe Seite 3) Unsere Aktionsformen und Protest sind viele und vielfältig. Als FilmerIn/FotografIn hast du Verantwortung für das aufgenommene Material und deshalb gilt es, entsprechend damit umzugehen! Versuche, keine Gesichter aufzunehmen, respektiere das Recht der Personen, nicht aufgenommen/fotografiert zu werden und anonymisiere die Gesichter auf den Bildern mit einem Grafikprogramm bevor du sie ins Netz stellst (lese auf Seite 4)
Verarbeite das gesammelte Material und die Informationen und mache es allen zugänglich: Es kann nicht der Sinn von Medienaktivismus sein, dass sich x Personen ein Privatarchiv erstellen. Nun geht es darum, das was du gesammelt hast in ein geeignetes Format zum publizieren umzuwandeln. Dann schreibe deinen Artikel mit einem Textverarbeitungsprogramm um zu verhindern, dass du zu lang auf dem Publikationsformular bleibst und dabei riskierst, deinen Artikel zu verlieren. Nun kannst du deinen Text kopieren und im Artikelfeld einfügen (siehe nächste Seite). Digitalisiere nun die Fotos, die du gemacht hast (ideales Format: max. 500 Pixel breite, die Auflösung 72 dpi), schneide das Video oder den Audio, die du aufgenommen hast. Die von indymedia unterstützt werden sind: png | jpg | gif | mp3 | avi | qt |mpeg | pdf
Publiziere nun alles auf indymedia Die Publikation ist sicher, automatisch und beinahe augenblicklich. Verbinde dich mit der Seite http://www.indymedia.ch und wähle die gewünschte Sprachseite aus. Klicke nun auf ‘Publizieren‘ rechts oben beim Newswire: es wird sich das Publikationsformular öffnen ….
1) Füge die Anzahl der Medien (Bilder, Audio, Video oder pdf), die du anfügen möchtest und klicke auf Anzahl festlegen (wenn du nur einen oder keinen Anhang hast, lasse diesen Schritt aus)
2) Füge hier deinen AutorInnen-Namen ein, ein Pseudonym. Die anderen Felder des Punkt 2 sind fakultativ: fülle sie nur aus, falls sie notwendige Infos sind
3a) Wähle die Sprache der Seite auf der du den Artikel veröffentlichen möchtest
b) Wähle eine bis drei Kategorien unter denen du deinen Artikel archivieren möchtest
c) Füge einen Titel ein, der den Inhalt deines Artikels klar beschreibt (nicht alles gross schreiben)
d) Dies ist der Platz für die kurze Einführung oder Zusammenfassung des Inhalts (ca. 5 Zeilen)
e) Hier kannst du den eigentlichen Text deines Artikels einfügen.
4) Hier kannst du die Medien, die du bei Punkt “1+ ausgewählt hast, hochladen. Füge auch einen Bildtitel ein.
5) So, nun bist du fertig und kannst auf ‘Beitrag abschicken’ klicken. In wenigen Minuten erscheint dein Artikel im Newswire von indymedia.ch
Nun da du weisst, wie du auf indymedia Artikel veröffentlichen kannst, fang damit an
Aufgenommenes Material könnte von den Bullen als nützlich gehalten werden und deshalb kann es sein, dass sie sich für dich interessieren. Bei vergangenen Demos musste die Erfahrung gemacht werden, dass Leute mit Kameras gezielt von der Polizei abgegriffen werden oder Material (auch im Nachhinein z.B. zu Hause) beschlagnahmt wurde. Dieses kann von der Justiz als Beweismaterial verwendet werden.
Praktisches zu Medienaktivismus Führt eure Aktionen nicht einzeln durch, sondern in Gruppen bestehend aus abgesprochenen Leuten. Wie beim Sprayen gilt es, dass Leute Schutz vor Bullenübergriffen organisieren. Überlegt euch vorher, wie ihr an die Demo/Aktion kommt und wie ihr nach Hause oder einen anderen Ort gelangt. Macht euch zudem Gedanken darüber, was ihr aufnehmen wollt. Aktionen zu filmen/ fotografieren, insbesondere illegale, ist sehr heikel, denn damit werden (unbewusst) andere gefährdet. Fragt ihr eigentlich die Leute, die ihr filmen/fotografieren wollt?
Ein paar konkrete Tipps zum Handling beim Filmen/Fotografieren: Oft ein neues Band/eine neue Chip-Karte verwenden (am Besten verschiedene Aktionen auf verschiedenen Bändern/Chip-Karten aufnehmen) Organisieren von "MaterialkurierInnen", welche das Material (Bänder, Filme etc.) in Sicherheit bringen und am Besten sofort bearbeiten, um Gefährdendes rauszuschneiden Oft wird versucht, in den indymedia centers die Möglichkeit zu bieten, Bilder verschlüsselt auf PCs abzulegen. Kontaktiert indymedia centers!
Anonymisierung In der Schweiz herrscht bei Demos vielerorts ein Vermummungsverbot; d.h., dass das Argument "wer nicht erkannt werden will, kann sich vermummen" nicht so einfach zuakzeptieren ist. Es gibt genügend Gründe (Repression, Faschos, ...), sich an Demos zuvermummen. Das heisst noch lange nicht, dass Menschen, die sich nicht vermummen, gerne in Grossformat auf Bildern erscheinen... Um eine Stimmung und politische Inhalte einer Demo/Aktion mitzubekommen, müssen die Gesichter von Demonstrierenden nicht zu sehen sein. Wenn ihr euer Material ins Netz stellen wollt, ist das sicher eine gute Idee, da es somit vielen Leuten zugänglich ist. Das Internet ist ein schnelllebiges Medium und ihr wollt sicher möglichst wenig Zeit verlieren. Nehmt euch aber vor jeder Veröffentlichung auf alle Fälle die Zeit, die "heiklen" Bildaufnahmen und Gesichter zu anonymisieren. Wichtig ist dabei auch der "Augenbalken", da die Bullen bei der Auswertung von Bildern oft den Augenabstand messen. Das Anonymisieren gehört zum Filmeschneiden. Macht euch kundig, wo ihr dafür technische Unterstützung erhalten . |
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